108. Abend: Bericht


Städte- und Ortsansichten des 19. Jahrhunderts


Bücher mit Stadtansichten gibt es seit Ende des 15. Jahrhunderts, zuerst die Schedelsche Weltchronik mit Holzschnitten, später dann vor allem Merian mit seinen üppigen Bänden mit einer Vielzahl von Ortsansichten als Kupferstiche. Da von den Kupferplatten höchstens ca. 1500 Abdrucke möglich waren, mussten die Platten mehrfach nachgestochen werden. Mit der Erfindung der Lithographie Ende des 18. Jahrhunderts und dem Stahlstich 1817 in Amerika erschien nun eine Fülle von Büchern mit Ortsansichten aus der ganzen Welt. Führend wurden die Verlage von Joseph Meyer in Hildburghausen mit seinen 21 Bänden „Universum“ und der Verlag von Georg Wiegant in Leipzig mit seinen 10 Bänden „Das malerische und romantische Deutschland“ mit 260 Stahlstichen. Die Texte stammen u.a. von Ludwig Richter und Ludwig Bechstein. Der englische Verlag von Payne gab auch Bücher mit deutschen Ansichten, insbesondere vom Rhein, für englische Touristen heraus. Weniger bekannt sind die regionalen Stahlstichwerke, die im Überblick vorgestellt wurden. Über 30 Jahre nach etwa 1833 beherrschte der Stahlstich das Feld, bis er von der Lithographie und der Xylographie fast verdrängt wurde. – Schwerpunkt der Ausführungen bildete der Verlag Joseph Meyer wegen seiner internationalen Vielfalt.

Dr. Hans Stula